"... daß das Risiko für einen älteren Arbeitnehmer, wieder eine Arbeit zu bekommen, größer ist ..."
Angela Merkel

Geschrieben von Maggus Kategorie: Ein Leben in Wacken
Veröffentlicht am 08. August 2011 Zugriffe: 348
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Die nachfolgende Geschichte soll euch zum einem einen Überblick über Wacken liefern und welche Vorbereitungen getroffen werden müssen. Doch warum Geschichte? Ist dies hier etwa keine Konzertkritik? Nur bedingt. Das einzige, was an dieser Geschichte wahr ist, sind die Erzählungen zu den Auftritten. Der Rest ist frei erfunden und soll bitte nicht für bare Münze genommen werden. Nun aber viel Spaß mit dieser Geschichte, welche in sieben Kapiteln erzählt wird. Hier nun Kapitel 1: Die Vorbereitungen

 

Wir schreiben das noch junge Jahr 2011. Im Bekanntenkreis eines jungen Paares anfang zwanzig entscheiden sich Hundertschaften zu einer Umsiedlungsmaßnahme. Diese Menschen hatten von einem Kaff namens Wacken gehört, indem es zwar nur 2000 Einwohner, ein paar Kühe und faktisch nichts Besonderes gibt, aber immerhin läuft dort einmal im Jahr nur gute Musik. Daher beantragten sie für 130 € ein Visum und fingen an, das junge Paar dazu zu überreden, mit ihnen in diesen fernen Ort zu reisen.

Zu anfangs war der weibliche Teil des Paares mit Namen Eva von dieser Idee nicht begeistert. Adam, ihr Freund und damit zweite Hälfte des Paares und ihr Anhang seit gefühlten Äonen, war sofort Feuer und Flamme von diesem Vorschlag. Daher beschloss er, sie zu bestechen und sagte zu ihr: "Wacken!". Dies bedeutet in etwa so viel wie "Wacken!". Damit wollte er andeuten, dass Wacken einfach Wacken ist und man einmal im Leben solch ein Spektakel gesehen haben muss. DIe Faszination ist vergleichbar, so erzählten es die Metal-Head-Freunde der zwei, mit der Hinrichtung eines Mörders oder ähnlichem und warum sollten sie lügen?

Also begann für Adam die Zeit des Werbens für den gemeinsamen Umzug. DIe anfängliche Begeisterung wisch bald glatter Enttäuschung, da Eva zwar hin und wieder Metal hört und manche Songs sogar mag, jedoch beim Schlossgrabenfest 2010 in Darmstadt während dem J.B.O.-Konzert so dermaßen hart auf den Fuß getrampelt bekam, dass sie eine Woche im Krankenhaus verbringen musste.

Daher musste Adam sich etwas anderes überlegen. Es musste also eine Art Schlachtplan, eine Strategie her. Doch noch bevor er irgend etwas Spruchreifes parat hatte, kam eine Freundin von Eva ebenfalls auf die Idee, sie überzeugen zu wollen. Das war der Beginn eines Zweifrontenkrieges, wie in die Musikwelt noch nie gesehen hatte. Während Adam damit beschäftigt war seinen Kumpel Herbert davon zu überzeugen, jetzt doch, wie anfangs angekündigt, mitzufahren und die Uni einfach mal Uni sein zu lassen, war er gleichzeitigt damit beschäftigt Eva davon zu überzeugen sich von ihrer Freundin überreden zu lassen, ebenfalls mitzukommen. Ihr gemeinsamer Kumpel Pedro wusste jedoch schon Monate vor dem geplanten Umzug nach Wacken, dass er wegen Mamortreppe feat. Regen nicht mitfahren konnte, da er bei eben jenen Konzert beim Circelpit den Fuß zertrümmern würde.

Tanja, die Freundin von Eva und ihre Weggefährtin in schweren Ausbildungszeiten, fuhr indes harte Geschütze auf. Sie sagte zu Eva: "Wenn du mitkommst, dann zeige ich die meine Korsagen." Woraufhin Eva antwortete: "Das ist ein Wort. Du hast mich überzeugt! Ich fahre mit." So kam es, dass Adam und Eva für sich und Tanja drei Umzugsbescheinigungen bestellten. Vier Monate gingen nun ins Land, ohne dass sich irgendwer Gedanken über den Umzug machte. Daher kam es, wie es kommen musste: ca. einen Monat vor dem der Ausreise nach Wacken bekannen die Panikkäufe, als stünde eine Springflut oder zumindest das Jahr 2012 vor der Türe. Schnell wurde diskutiert, für wie viele Leute eine tragbare Wohnng in Igluform gekauft werden muss. Rasch war klar, dass es für zwei Personen à 65 Kilo eine Vierzimmerwohnung sein musste. Dazu noch ein Partnermatratze mit Maßen 160x200x20 cm samt Pumpe und fertig war die Grundausstattung für eine gemeinsame Wohnung.

Pedro erklärte den zwei jedoch bei einem kühlen Bier, dass man noch einen Herd bräuchte und eine Möglichkeit auf eben jenen Stück Technik etwas zuzubereiten. Adam und Eva antworteten daraufhin: "Ach was du wieder laberst. Komm mal klar auf dein Leben. Kochen... Püh. So einen Scheiß fangen wir erst gar nicht an." Woraufhin Pedro erwiderte: "Wir werden sehen..."

Die Woche vor der Abreise und dem damit verbundenen Auszug aus der Heimat verbrachte Eva auf einem Zeltlager im - nicht in - Regen. In dieser Zeit vollbrachte Adam wahre Glanzleistungen auf dem Gebiet der Selbstdemütigung. Zuerst vernichtete er sein Betriebssystem und alle Unidaten. BackUps sind bekanntermaßen nur für Weicheier. Doch er würde nicht Informatik studieren, wenn er dieses Problem nicht lösen können. So schaffte er es in einem 24-Std-Marathon alles wiederherstellen zu können. Danach verlor er jedoch seinen Schein, den er mühevoll in einer Pädagogikveranstaltung erworben hatte. Bei der anschließenden Suche riss sich Adam an der scharfkantigen Mülltonne den gesamten kleinen Finger ab, welchen er von seinem Nachbarn Hamlet mit Panzertape wieder zusammenflicken lies. Während dieser Operation erklärte Hamelt, dass er ebenfalls nach Wacken umziehen würde.

Das Wochenende vor dem Umzug verbrachten Pedro und Adam in einem großen Stau, einem Traffic Jam in Dieburg. SIe verpulferten 18 Euro für die Maut, um auf einer Straßen fahren zu können, die blockiert war. Ein nahe stehendes Haus spielte die ganze Zeit über schlechten Metal. Naja, nicht wirklich die ganze Zeit, denn ab und an war Soundcheck. Die Bewohner mussten also anscheinend nach jedem Song prüfen, ob die Boxen noch da sind. Das Auto links neben Pedro und Adam war bevölkert von Arbeitssuchenden, die nicht mitbekamen, dass sie ihr Bier verkaufen wollten. Daher bekamen Pedro und Adam nicht einmal etwas zu trinken und waren kurz vor dem Verdursten. Gott sei dank schafften sie es jedoch nach zwei Stunden zu einer nahegelegenen Abfahrt und erreichten ihr Ziel: ein kleines Lokal in der Nähe des Bahnhofes. Dort konnten sie also endlich etwas trinken und das Wochenende konnte zu Ende gehen.

Endlich war er also da, der Tag vor der Abreise, der Tag vor dem sich alles verändern sollte. Der Tag an dem sie sich an die Worte von Pedro erinnern sollten und anfingen, den Rest einzukaufen. Adam und Eva gingen also in den nächst besten Baumarkt und kauften eine Kleinstküche und diverses anderes Zeug, was man halt so brauchen könnte. Darunter waren auch vier Zentner Frischeiwaffeln und ein Kubikmeter Wasser sowie 26 Flaschen Bier. Sie waren nun also gewappnet und wollten gerade wieder in ihr Auto steigen, als ihnen ein alter Mann über den Weg lief und fragte, ob sie paranoid wären. Denn er vermisst seine Sonnebrille und sein Kumpel ist seit dem Kauf einer Wiskeyflasche nicht mehr zurückgehkehrt. Adam und Eva verneinten diese Frage und begaben sich nach Hause. Denn sie wollten um vier Uhr nachts losfahren, damit niemand merkt, dass sie die Wohnung verlassen haben. Sonst würde ja noch Miete verlangen.

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