"Dort, wo jetzt Ruinen ragen, standen einst stolze Burgfräuleins und warteten auf ihre ausgezogenen Ritter."
Anonymer Schüler

Geschrieben von Maggus Kategorie: Sonstige Geschichten
Veröffentlicht am 19. Oktober 2011 Zugriffe: 190
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Die nachfolgende Geschichte war eine Aufgabe für die Uni. Hierbei sollten Matheaufgaben in einer Geschichte versteckt werden. Viel Spaß beim Lesen.

 

Es war einmal vor langer, langer Zeit, denn Taschenrechner werden erst in ca. 50 Jahren erfunden, ein kleines Mädchen, welches von ihrem Mathegnom überall hin begleitet wurde. Ihr Name war Mathilda Rechenbeispiel. Der Gnom hatte eigentlich gar keinen Namen, wurde aber auf Grund seiner Vorliebe für Zahlen und Mathematikrätsel ständig Matti gerufen. Eines Tages kamen sie auf die Idee, einmal in das sagenumwobene Land Bruchzahl zu reisen, um die dortigen Gebräuche zu studieren. „Doch um dieses Land zu finden“, merkte Matti an, „muss erst einmal folgendes Rätsel gelöst werden:

  • Nehme 2/3 des Weges von Berlin nach München als Weglänge der ersten von 5 gleich langen Etappen
  • Starte nun in Hamburg gehe, ausgehend, dass Norden 12 Uhr entspricht, auf der Uhr ¾ des Weges, den die Uhr für eine volle Umdrehung braucht
  • Wenn du nun die vollen 5/5 des Anfangs ausgerechneten Weges dich fortbewegst, landest du in Bruchzahl

Das ist nicht gerade einfach.“

„Ach was“, antwortete Mathilda Rechenbeispiel, „ich erkläre dir das einmal. Zuerst einmal musst du die Luftlinie zwischen Berlin und München berechnen oder schlicht nachschlagen. Das sind 505.061km. Davon rechnest du dann 2/3 aus.“

„Ui, das weiß ich, wie das geht. Man multipliziert die 505.061km mit 2 und teilt das Ergebnis durch 3.“

„Exakt“, kommentierte Mathilda anerkennend.

„Und eine ¾ Uhrenumrundung sind natürlich 9 Uhr. Dies bedeutet, wir müssen nach Westen.“

„Aber wenn ich weiterrechne landen wir doch mitten im Atlantik.“

„Warum das denn?“, fragte Matti.

„Aja, wenn wir unser erstes Teilergebnis mit 5 durch multiplizieren, um auch das letzte Rätsel zu lösen, kommen wir weit über die Grenze von Holland hinaus! Das sind nämlich km.“

Nun machten die beiden sich auf den Weg. Zuerst zu Fuß und anschließend mit dem Ruderboot. Sämtliches Motorisierte fiel natürlich weg, da Mathilda Rechenbeispiel zwar doppelt so alt war, wie ihr Mathegnom, aber erst 5/6 des Weges zur Volljährigkeit gegangen ist. Und mit der Bahn konnte sie nicht fahren, da unsere Geschichte ja bekanntermaßen vor langer, langer Zeit spielt.

Als die zwei nach exakt einer Woche endlich ankamen, wollten sie natürlich wissen, wie hoch ihre Durschnittsgeschwindigkeit war.

Also rechnete Matti vor: „Da wir wissen, dass Weg gleich Geschwindigkeit mal Zeit ist, ergibt dies umgestellt nach der Geschwindigkeit folgendes Ergebnis:  2,783625440917106 m/sec, also 10,02105158730158 km/h.  Das ist schon ganz schön schnell. Wir sollten bei Olympia mitmachen. Aber was ich mich immer gefragt habe, warum da km/h heraus kommt. Woher kommt das?“

„Och Matti“, sagte Mathilda oberlehrerhaft. „Wenn du mit Einheiten rechnen würdest und nicht nur die blanken Zahlen verwenden würdest, dann würdest du sehen, dass du auch die Einheiten teilst. Und da Teilen gleichbedeutend ist mit Bruchrechnung, ergibt sich so die Einheit km/h.“

Auf der Insel Bruchzahl angekommen, besuchten sie das örtliche Hotel, welches im Hotelführer, den sie am Hafen erhalten hatten, mit 9/3 Sternen ausgezeichnet war. Dort wurde ihnen erneut ein Rätsel gestellt, welches, wenn sie es denn lösen könnten, ihnen den gesamten Aufenthalt spendieren sollte.

Der Portier sprach also folgende Worte: „Ich habe monatlich 3000 Brüche, das ist unsere Währung, zur Verfügung, davon muss ich 7 Kinder und 3 Enkelkinder von unterschiedlichen Eltern, samt dieser Eltern, und meine Frau versorgen. Wie viel bekommt jeder von uns an Geld fürs Leben? Jeder von euch hat einen Versuch. Eine richtige Antwort von einem von euch beiden, sorgt dafür, dass ihr beide kostenlos hier wohnen und essen dürft. Doch ich warne euch, liegt ihr beide falsch, werdet ihr 3 5/7 des normalen Preises bezahlen müssen und bisher hat noch niemand das Rätsel lösen können. Daher könnt ihr auch einfach zahlen und den Aufenthalt genießen. Wie lautet eure Antwort?“

„Wir sind viel zu weit gereist, um jetzt kampflos aufzugeben“, riefen die beiden im Chor. „Das einzige Problem ist doch, herauszufinden, wie viele Personen es tatsächlich sind. Und das ist einfach. Wir haben Sie und Ihre Frau. Dazu sieben Kinder. Da nichts über weitere Ehegatten gesagt wurde, kommen noch 3 weitere Elternteile  zu den 3 Enkeln hinzu. Also haben wir insgesamt 15 Personen. Und 3000 geteilt durch 15 ist wirklich einfach. Das sind nämlich… Ach, Matti, sag du es ihm.“

„Ok, ich mache es auch kurz und Sie holen schon einmal Zimmerschlüssel. Die Antwort ist also 3000/15 Brüche.“

„Das ist wohl richtig, aber könnt ihr den Bruch auch kürzen?“

„Na klar“, riefen beide, „200 Brüche ist das gekürzte Ergebnis!“

Der Portier war absolut verdattert: „Unglaublich, das hat noch niemand geschafft. Ihr habt euren kostenlosen Urlaub redlich verdient. Hier eure Schlüssel.“

„Danke. Komm Mathilda, jetzt ziehen wir durch die Stadt.“

Dies sollte der Auftakt einer großen Reise voller Gefahren und Rätsel sein. Doch dies ist eine andere Geschichte, die vielleicht irgendwann erzählt wird.

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