Auf Grund der vielen Veränderungen an der Website und dem baldigen Upload einer Recut-Version von "Szenen eines Menschen", Trashtalk 1 und dem Upload von Trashtalk 2 sowie dem neuen Download-Bereich (mit Inhalt) verspäten sich die Suchbegriffe auf unbestimmte Zeit.
Und jez kommt die Werbung:
http://www.maggus-desire.de/index.php/naviblog/bloghabscher/296-werbung
Neue Kinofilmkritik von uns für euch.
http://www.maggus-desire.de/index.php/naviblog/blogkino/285-real-steel
Kinofilmkritik zu Sherlock Holmes 2 eingetroffen:
http://maggus-desire.de/index.php/naviblog/blogkino/306-sherlock-holmes-2
Lange haben wir auf den 27.12.2011 gewartet und da war er nun. Nachdem meine Freundin und ich Frei.Wild bereits auf Wacken live erlebt hatten und Benny samt Freundin ebenfalls Fans der Band sind, wurden also Karten für Frankfurt geordert und man freute sich wie ein Schnitzel. Zwar muss man immer wieder betonen, dass man politisch nicht unbedingt die Überzeugungen des Sängers teilt und garantiert nicht rechts ist, aber was solls. Man schneidet sich ja auch nicht das Ohr ab, nur weil man VanGough toll findet. Kunst und Künstler gehören nun einmal nur bedingt zusammen. Wie dem auch sei. Vor jedem Konzert heißt es bei uns traditionell essen gehen und so taten wir dies auch dieses Mal wieder. Normalerweise würde ich euch damit nicht langweilen, aber vor diesem Restaurante Italiano muss ich euch einfach warnen.
Das Essen
Die Rede ist von "Il Vecchio Muro" (Fam. Ciccarello, Schleifergasse 3, 65929 Frankfurt-Höchst). Steht man vor dem Laden, denkt man erst einmal "Ja, ich bin nicht der typische Kundenstamm eines Edel-Italieners, aber wer Pizza anbietet, muss auch mit Kunden wie uns rechnen!". Also betraten wir die Bude und wurden mit verwirrtem Blick, aber dennoch freundlich zu unserem Tisch geführt. Nach kurzer Wartezeit bekamen wir die Karte und gleich einmal einen Schock. Schlagartig wurde uns bewusst, warum die Getränkepreise außen nicht angeschlagen waren. Fünf Ocken sollte ein Weizen kosten und vier Euro etwas Anti-Alkoholisches namens Apfelschorle Groß. Benny und ich bestellten mürrisch ein Weizen und unsere Frauen begnügten sich mit einer kleinen Apfelschorle, welche auch bald im übersichtlichtlichen Glas serviert wurde. In dem Atemzug bestellten wir alle vier Pizza und dachten uns "Hey, der Laden ist leer, da sind wir schnell wieder draußen". Pustekuchen. Wie bereits erwähnt, zählen wir offensichtlich nicht zum erwünschten Kundenstamm. Wäre nicht weiter schlimm, wenn man uns wegen unserer Kleidung gar nicht erst herein gelassen hätte. DressCode ist ja durchaus in noblen Restaurantes üblich. Doch wenn man uns herein lässt und unsere Bestellung aufnimmt, möchte ich auch wie ein gern gesehener Kunde bedient werden. Hier lies man uns allerdings 45 Minuten auf eine Pizza warten, während zwei Frauen ihr 4!!! Gänge Menü sehr zügig geliefert bekamen. Die Krönung war allerdings, dass zwei weitere Frauen, welche zu ihrer Pizza teures Wasser und einen Rotwein bestellten innerhalb von 15 Minuten ihre Pizza bekamen. Offensichtlich wartete man darauf, dass wir noch weitere Biere bestellten, um die Differenz zu Rind oder anderen Fleisch oder Fisch wieder herauszuholen. Naja, dachten wir uns, wahrscheinlich schmeckt wenigstens die Pizza. Pustekuchen! Salami und Pilze (meine wurde gleich ganz weg gelassen) waren übersichtlich verteilt und der Käse schmeckte nach nichts. Um das auszugleichen, verwendete man jedoch dezent zu viel Olivenöl, denn die Pizza war ernsthaft nur mit Messer und Gabel zu essen, sonst wäre sie weggeschwommen. Wir also schnell bezahlt und raus hier. Immerhin gab es einen guten Schnapps zum Abschluss. Trotzdem beschlossen wir auf dem Weg zum Konzert, dass wir euch hiervon warnen wollten. Solltet ihr also nicht mindestens 50 Euro pro Person da lassen wollen und seid entsprechend gekleidet, vergesst es.
Das Konzert
Jetzt aber endlich der Teil, weswegen ihr diese Konzert-Kritik überhaupt aufgerufen hattet. Wie so oft ist das Betreten der Halle der schwerste Teil. Zwar gab es dieses Mal im Gegensatz zu Disturbed in Freiburg mehrere Eingänge, von denen wusste aber niemand und entsprechend dem waren sie völlig verwaist. So drängten also 1000 Fans durch eine kleine Tür und wollten von der Security befummelt werden. Das dauerte und so verpassten wir einen Großteil der Vorband Serum114. Nicht weiter tragisch, rief doch deren Akkustik Angstausbrüche und Gedanken an LinkinPark in der Jahrhunderthalle hervor. Schade, mag die Band eigentlich sehr gerne und auch der Rest hört sie durchaus das eine oder andere Mal.
In der Halle selbst wurde es extrem warm, weswegen wir uns alsbald entschlossen, etwas zu trinken zu ordern. Jedoch schafft es Frankfurt einfach nie, die Stände so zu organisieren, dass man man Getränke bekommt. Anstehzeiten von 30 Minuten und mehr sind keine Seltenheit. Es sei denn, man entdeckt den Stand mit im Konzertbereich. Dort gibt es zwar nur Bier und Fahrer sowie Alkoholhasser bleiben immer noch außen vor, aber drauf geschissen, der Kunde hat keine Meinung und erst Recht keine Ansprüche zu stellen. So blieben wir an dem Abend von fünf Bier auf vier Personen bei vier Stunden etwas trocken und gegen Ende ein wenig Kreislaufmatt, aber was solls.
Als nächstes betrat Hämatom die Bühne und der Name ist Programm. Wer danach keine keine Blutungen aus den Ohren hat, ist entweder taub oder gar nicht anwesend. Ich höre sehr gerne Thrash-Metal und Metallica oder Slayer gehören zu meinen absoluten Favoriten was Bands anbelangt, aber hierbei kann man getrost das "h" weglassen. Instrumente werden nicht gespielt, sondern misshandelt und die Band selbst sieht mit ihren Masken aus wie Kiss, nur ohne Coolness oder Botschaft. Bitte Frei.Wild, wenn ihr schon diese Deppen mitnehmt, weil einer von euch mit denen mal gesungen hat, dann bitte als erste Band, sodass wir die Typen verpassen und nicht irgendwen anderes, der es vielleicht verdient hat, dass ich ihm meine Aufmerksamkeit schenke.
Natürlich war die Stimmung inzwischen vollkommen im Keller und die ersten verließen tatsächlich die Halle. Wer könnte es ihnen nach dem Trauerspiel bisher auch verübeln? Es sollte sich aber als Fehler herausstellen. Denn war Frei.Wild nun abbrannte, war der Hammer. Da störten auch die 20 Assis mit dem steifen rechten Arm in unsere Nähe nur noch minimal.
Das Konzert kann man ohne Umschweife als eine Art BestOf mit eingestreuten neueren Liedern bezeichnen. Alle Songs, die man sich als Fan wünscht, wurden gespielt. Der Sound war zwar nicht optimal, aber dafür kann wahrscheinlich weder Band noch Techniker etwas, das dürfte eher an der Halle liegen. Bei der muss übrigens die Klimaanlage oder, falls es die gar nicht gibt, so vermute ich zumindest, die Lüftung ausgefallen sein. Es wurde immer stickiger und die bei einem Lied eingesetzte Feuershow machte es keinen Deut besser. Doch immer wieder wurde man für die Rahmenbedingungen entschädigt. Die Band sprach mit ihren Fans und bezog sie sogar mit in die Show ein. Einige durften auf die Bühne und mitsingen und ein Mädel traute sich sogar, dem Sänger einen Kuss auf die Wange zu drücken. Wenn ich mir vorstelle, dass es das bei LinkinPark auch geben würde, würde ich schlagartig an Gott glauben oder zumindest wissen, dass der Kuss extra berechnet wird und nur mit Mundschutz ausgeführt werden darf. Toll war auch, dass man die tollen neuen Möglichkeiten einer Leinwand nutzte und so jeder das Konzert auch sehen konnte. Scheint ja auch nicht gerade üblich zu sein. Klar, die Boxen fressen schon so viel Strom, da haut natürlich der Beamer im Kraftwerk die Sicherung raus.
Nach dem Konzert, wobei allein der Part von Frei.Wild fast 150 Minuten dauerte, entschlossen wir uns noch ein T-Shirt zu kaufen. Seelisch und moralisch hatten wir uns schon auf Preise jenseits der 25 Euro eingestellt. Aber nein. 17 Euro kostete so ein Teil. Hier jedoch noch eine Warnung. Wascht es vor dem Anziehen. Ich bekam nach dem Anziehen relativ gleich juckreiz und Ausschlag. Ich tippe auf das Waschmittel, welches nach dem Bedrucken verwendet wurde, da ich hierauf sehr oft allergisch reagiere.
Fazit
Es war ein geiler Abend und ich kann jedem nur ans Herz legen, schaut euch diese vier Jungs live an. Noch lieben sie ihre Fans und noch sind die preise für Tickets durchaus human (29 Euro). Man sollte jedoch eine gewisse Resistenz gegen eine gewisse Grundagression unter dem Publikum haben und nicht sofort jedem Nazi auf die Fresse hauen wollen (was ich ansonsten sofort unterstütze), da dies durchaus übel für einen selbst enden könnte.