Geschrieben von Maggus Kategorie: Konzert-Kritiken
Veröffentlicht am 30. Mai 2011 Zugriffe: 173
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Das Schlossgrabenfest in Darmstadt ist seit seinen AnfĂ€ngen ein Ort der guten Musik und der unverkrampften SchlĂ€gereien. In den letzten Jahren kamen noch Jugendwahn und Massenbespaßung dazu.

Einer der Headliner des diesjĂ€hrigen Festes waren natĂŒrlich Sunrise Avenue aus Finnland (schreibt man mit zwei "N", wie einem auf der oft nervigen SMS-Leinwand mitgeteilt wurde). Da diese Band durch insbesondere zwei Songs, namentlich Fairytale gone Bad, und Bye Bye Hollywood Hills im Radio nahezu ĂŒberprĂ€sent sind, wurden schon im Vorfeld sehr viele Leute erwarted. Letzten Endes kamen 100'000 Menschen und wenn man selbst versuchte, einen Platz in der NĂ€he der BĂŒhne zu ergattern, fragte man sich, warum es nicht grob vier Milliarden (ungefĂ€hre SchĂ€tzung) Menschen sind. Daher fanden wir unsere Gruppe nicht und machten es uns vor der Videoleinwand bequem. Zu Trinken war leider aus, denn schon um 19:00 gab es kein Bier mehr und ab ca 20:30 war auch das Weizen sowie alle Schnappsarten aus. Letzten Endes gab nur es Cola Light und Apfelschorle.

Das Konzert selbst war ganz ok. Der SĂ€nger redete sehr viel Deutsch, sie spielten einige Songs, die nicht von ihnen waren und auch das Publikum, vor allem die Teenager, waren aus dem HĂ€uschen. Also warum schreibe ich nur "OK". Dies hat mehrere GrĂŒnde. Zum Einen sind Sunrise Avenue meiner Meinung nach keine Live-Band. Das heißt, dass ihre Songs auf der BĂŒhne fast exakt so klingen wie auf CD. Das ist zwar ein Lob fĂŒr die Band, aber bei einem Konzert erwarte ich das gewisse Extra. So wie bei Rammstein - Live in Berlin oder Phill Collins - Finally, The First Fairwell Tour. Zum Anderen war es schlicht zu voll fĂŒr meinen Geschmack, denn von den 100'000 Leuten insgesamt waren locker 50'000 vor der BĂŒhne gestanden und nur eine kleiner Ohnmachtsanfall hĂ€tte wahrscheinlich zum Tode gefĂŒhrt, da niemand vor oder zurĂŒck kam. Zu guter Letzt war das Konzert mit rund 90 Min incl. Zugabe relativ kurz. Klar, das Fest in Kostenlos bezĂŒglich des Eintritts, aber J.B.O. im letzten Jahr spielten ĂŒber zwei Stunden und auch die Jahre zuvor hatte ich zumindest das GefĂŒhl, das Konzert sei lĂ€nger gewesen. Dies kann man natĂŒrlich auch als Lob auffassen, da das Konzert somit sehr kurzweilig gewesen sein muss.

Zum Abschluss noch ein Wort zur Technik. Die Band verstand man sehr gut, auch wenn man ĂŒber die Leinwand von SMS Nachrichten und Werbung belĂ€stigt wurde. Zeitweise hatte ich jedoch das GefĂŒhl, dass der Drummer absichtlich heruntergeregelt wurde, damit man den Rest der Band besser versteht. Auch der Gesang hatte zum Teil leichte Schwankungen. Dies fĂŒhre ich jedoch eher auf den Open-Air-Faktor zurĂŒck, als auf schlechte Tontechniker, wobei man dies natĂŒrlich nie ausschließen kann. Ich erinnere hier an die Vorband von Linkin Park in Frankfurt.

Fazit:

Schade, dass wir keinen Platz vor der BĂŒhne oder zumindest in deren NĂ€he erhalten haben. Dennoch wurden wir fĂŒr den Preis von NULL EURO angemessen unterhalten und waren zwar nicht begeistert, aber zumindest zufrieden, dass wir uns unseren Platz erkĂ€mpft hatten. Ich freue mich auf nĂ€chstes Jahr.

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