Geschrieben von Maggus Kategorie: Kinofilm-Kritiken
Veröffentlicht am 09. Januar 2012 Zugriffe: 100
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Man was hatte ich mich auf diesen Film gefreut. Nachdem die Serie dreimal das Action-Kino revolutionierte oder zumindest entscheidend voran brachte, sollte es nun also ein viertes Mal gelingen. So dachte ich zumindest. Jedoch erst einmal die Fakten.

 

imdb-Wertung (Stand 09.01.2012): 7,8

Besetzung: Tom Cruise, Jeremy Renner, Michael Nyqvist und Simon Pegg

Regisseur: Brad Bird


Ihr werdet nun keine klassiche Kritik lesen, da ich sonst auch gleich schreiben könnte "Seht ihn euch erst gar nicht an und lest stattdessen einen Groschenroman". Stattdessen versuche ich die zwei Seelen in mir, die den Film gesehen haben, wieder zu spiegeln. Seele 1 ist der klassische Fanboy und Seele 2 der Film-Fan.

Wie eingangs beschrieben, bin ich großer Fan der Filmreihe und freute mich wie ein Schnitzel auf den Film. Ich schaffte es sogar, Benny samt Freundin ins Kino zu schleifen, obwohl der den Film gar nicht erst sehen wollte. Wir warteten sogar 3 Stunden lang in Darmstadt, auf dass es endlich 23:00 Uhr wurde. Warum so spät? Nun, die Darmstädter Kinos dachte sich wohl "Der Film ist scheiße, also zeigen wir ihn nur in einem Kino und zwar im kleinsten Saal". Keine schlechte Idee, so bleibt Platz für andere Filme. Blöderweise weiß niemand, dass der Film Rotz ist und so kommt es, dass nahezu immer alle Plätze ausgebucht sind.

Naja, als der Film endlich losging und wir nach einer Weile die berühmte Zündschnur sahen, stellte sich ein erstes Mal Ernüchterung ein. Mal davon abgesehen, dass man Ausschnitweise den gesamten Film im Vorspann gezeigt bekam, war besagte Schnur auch grottenschlecht animiert. Weiter ging es mir der aus dem Trailer bekannten Kreml-Szene. Diese war gut und auch ansprechend gemacht bis... Ja, bis die Explosion kam. Hier war es für Benny vorbei mit der ohnehin schon knappen Liebe zu dem Film und man merkte ihm an, dass er eigentlich gehen wollte. Doch er blieb und schaute sich das Drama weiter an. Das IMF war nun also weg und man musste trotzdem alles hinbekommen. Mit schrottiger Ausrüstung, diesmal so gewollt, ging es nach Dubai und schluss endlich nach Indien. Die Szenen in Dubai waren definitiv der Höhepunkt und der Presse nach zu urteilen war sich die Produktionsfirma dessen auch bewusst, da nahezu ausschließlich hierüber berichtet wurde. Sandsturm und klettern am höchsten Gebäude der Welt samt Autojagd. So geht Kino.

Leider kam danach Indien. War der Film bisher schon zu stark auf witzig getrimmt, wurde er jetzt albern, aber nicht auf die positive Art und Weise, sondern eher Marke lächerlich. Anil Kapoor, einigen besser aus Slumdog Millionär oder 24 bekannt, spielte einen indischen Playboy oder es auch gerne mal deftig mag und den Schmerzen nur noch mehr angeilen. Die werden ihm natürlich von einer Frau zugefügt, was das ganze in Indien nur noch absurder wirken lässt. Eng mit dieser Szene verknüpft ist die anschließende Szene und das Finale. Eine erneut grottenschlechte animierte Rakete rast auf die USA zu und der IMF-Rest rund um Ethan Hunt hält den Unruhestifter gespielt von Michael Nyqvist (die originale Millenium Trilogie) auf. Aber nicht spektakulär, wie im ersten Teil (Zug und Heli) oder cool wie in Teil 2 (von John Woo) oder zumindest menschlich (Teil 3 von Serienschöpfer J. J. Abrams) , sondern einfach nur dumpfes Gekloppe im Stile eines B-Movies. Was hat man sich hierbei gedacht? Dachte man, dass man nach Bourne oder dem neuen Bond bodenständiger werden müsste? Falls ja, kann ich nur sagen, dass Bodenständig nicht langweilig heißen soll.

So und wo war jetzt in dem ganzen Gemaule der Fan-Boy? Nun, der sitzt heulend in der Ecke und betrauert den Niedergang seiner Lieblings-Agenten-Serie. Denn die 7,8 die momentan auf imdb steht, hat der Film keineswegs verdient. Denn die Dubai-Szene war zwar klasse, aber 20 gute Minuten retten einen schlechten und mit 133 Minuten deutlich zu langen Film eben auch nicht vor dem Totalausfall. Schade.

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