Geschrieben von Maggus Kategorie: Maggus
Veröffentlicht am 28. Juli 2010 Zugriffe: 117
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Ja liebe Leser, da ich gedenke, noch dieses Jahr zu Hause auszuziehen, werde ich mir die nächste Zeit häufiger Wohnungen ansehen und von den Highlights berichten. Die letzte Besichtigung ist zwar schon eine Weile her, aber dank Betreuer spielen auf der Ferienfreizeit (Bericht folgt demnächst) und lernen für Klausuren, blieb bisher noch keine Zeit darüber zu berichten. Als Hintergrundwissen solltet ihr folgendes in euer Hirn brennen: Casi und ich wollen eine WG gründen und suchen für diesen Anlass eine schöne 3 Zimmer Wohnung. 2,5 gingen auch, wenn das halbe Zimmer ausreichend groß ist. Deshalb besuchten wir eine solche Wohnung in Groß-Umstadt nahe Innenstadt mit 3 Minuten Fußweg zum Rewe und 5 Minuten Laufzeit zum Bus. Das alles zu einem coolen Preis. Klang super und einen Besuch wert.

 

Wir hätten allerdings schon aufgeben können, als wir am Telephon erfuhren, das hier mehrere Interessenten im 15 Minutentakt abgehakt werden und kurz vor uns eine Person an der Reihe war. Doch so etwas schreckt uns alte Säcke nicht ab und deshalb versuchten wir es trotzdem. Doch war wir zu sehen bekamen war der Hammer:

  • Zu allererst sahen wir das Badezimmer, welches in einem romantischen 70er Jahre grün gehalten war und vor grandioser Ausstattung nur so zu protzen wusste. Da wäre zum Einen die Badewanne, welche, wie für Mietwohnungen üblich, auch als Dusche benutzt wurde. Diese hatte nur den kleinen Haken, dass die Duschkabine an der Schrägseite war und man folglich 30 qcm Fußfläche zur Verfügung hatte. Dass die Fließen nicht bis auf den Boden gingen war hier fast schon egal. Das Klo war mein persönliches Highlight. Hierbei wurde der Klodeckel von zwei 10cm langen Schrauben festgehalten, welche natürlich überstanden. Der Deckel selbst passte mit seinem dreckigen Weiß so überhaupt nicht zu dem Grün. Dies wären jedoch Dinge gewesen, die man austauschen hätte können.

  • Station Nummer Zwei war die Küche. Man stelle sich ein 3 Meter breites und 4 Meter langes Zimmer vor, in dem an beiden langen seiten Möbel von 1 Meter Breite stehen. Dicke Menschen haben hier verloren. Mein Blick fiehl jedoch sehr schnell auf die vielen stellen in den Schränken, bei denen drei Löscher direkt neben einander standen. Die Erklärung kam sofort: Der Sohn habe vor einiger Zeit ein Gabelkonzert veranstaltet und dafür das Besteck in die gut gepresste Resopalspanplatte gerammt und sei danach vorbeigelaufen. Lustigerweise wollte die jetztige Mieterin die Küche behalten, außer wir machen ein sehr gutes Angebot. Mein Vorschlag wären 5 Mark und ein Duplo.

  • Nun war der Balkon und das Wohnzimmer an der Reihe. Der Balkon liegt nahezu immer im schatten und ist nicht wie angekündigt ein Süd- sonder ein Westbalkon. Nur eine kleine Stelle ist nahezu immer in der prallen Sonne. Grillen darf man zwar offiziell nicht, aber wir erfuhren, dass der Gasgrill bisher noch nie irgendwen gestört hat. Das Wohnzimmer machte den Großteil der Gesamtfläche der wohnung aus. Wir schätzen, dass es rund 50 qm misst. Man kann es auch echt übertreiben. Seltsamerweise war dier Raum beinahe leer. Es gab ein Bücherregel mit schätzungweise 10 Büchern, einen Fernsehtisch auf dem ein Notebook stand, sowie einen sündteuren AV Receiver, aber keine Boxen oder einen Fernseher. Nicht einmal sonst irgendein technisches Gerät außer dem Notebook. Dann sahen wir noch einen Tisch mit zwei Stüheln sowie eine Ecke mit sehr vielen Kissen. Was dies zu bedeuten hatte, lernten wir erst später.

  • Nun kam das Kinderzimmer an die Reihe. Ich mache es kurz: Absolut verbaut und zugestellt. Man konnte nicht laufen. Der einzige Fußweg war von einem Punshingball und einer 25 Kilogramm schweren Hantel blockiert. Man musste schon sehr Kletterfreudig sei, um den Rest zu bewundern. Grundsätzlich sehr aufgeräumt, aber irgendwie fragten wir uns, wer da leben wollte. Das bett stand direkt unter der extrem steilen Schräge, gegenüber war ein sehr laut gluckerndes Aquarium und der Boden war von einem Felurteppisch (schreibt man die so?) belegt. Wer darauf schon einmal Sex hatte, wird mich verstehen, warum ich diese Teile nicht mag. Von der Reinigung einmal gänzlich abgesehen.

  • Abschließend stand noch das halbe Zimmer an. Selbst dieser Name ist noch zu sehr geschmeichelt für diese Abstellkammer. Sie besteht faktisch nur aus Schräge. Die durchschnittliche Zimmerhöe beträgt 60 cm und der Raum selbst ist einen Meter und ein paar zerquetschte breit. Genutzt wurde er als Arbeitszimmer. Wäre ich gemein und verdammt schlau hätte ich zudem die gesamte TAN-Liste der Sparkasse auswendig lernen können. Sicherheit sieht anders aus.

  • Ihr merkt, es gibt kein Schlafzimmer für die Mutter. Erinnert ihr euch noch an die Kissenecke? Da wird so wohl geschlafen haben. Wissen tun wir es allerdings nicht, weil mitten in der Fragerund ekam die Vermieterin herein und sagte: Soeben hat die Frau vor Ihnen die Wohnung gemietet. Schönen tag noch.

Ich bin ehrlich gespannt, auf was wir noch alles treffen, denn wenn alles so abenteuerlich bleibt, habe ich viel zu schreiben.

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