Es dürfte unter der halbwegs gebildeten Menschheit hinlänglich bekannt sein, dass die öffentlich Rechtlichen Fernsehnastallten im Allgemeinen für Qualität stehen. Das Problem an dieser Qualität ist meißtens jedoch die unspektakuläre und oft sehr konservative Präsentation. Dennoch nimmt man diesen Mangel billigend in Kauf, da man im Gegenzug einfach umfassend und meißtens korrekt informiert wird. Um so erfreuter war ich, als ich vor einigen Jahren die Mediatheken entdeckte. Hier werden ältere Beiträge online abrufbar gespeichert. Dies hat den Vorteil, dass man auch Wochen nach der Sendung für ein anstehendes Referat, eine Hausarbeit oder schlicht als Klausurvorbereitung, sich noch für besagte Veranstaltungen vorbereit Uen. Doch nun müssen wegem dem tollen Zwölfter Rundfunkänderungsstaatsvertrag) die öffentliche Rundfunkanstalten so gut wie alles löschen, nur damit die privaten für ihrem Müll ordentlich Geld abkassieren können. Absurd wird es bei der Begründung. Sie argumentieren damit, dass man bei ZDF, ARD, WDR und co ja nichts dafür bezahlen müsste und es somit Wettbewerbsverzerrung sei. Dass wir für eben jenen Service des Speicherns und der halbwegs vorhandenen Unabhängigkeit der Medien zahlen und zwar über die GEZ-Gebühren wird vollkommen ignoriert. Es ist inzwischen schon verdammt erschreckend, wie sehr die Politik inzwischen von Lobbyismus geprägt ist. Sinnvolle Entscheidungen werden schon seit Jahren nicht mehr getroffen und insbesondere vor diesem Hintergrund ist es umso erschreckender, dass Horst Köhler zurückgetreten ist. Er hatte wenigstens ab und an die Eier in der Hose, Gesetze die jeder Grundlage entbehren einfach nicht zu unterzeichnen. Dass ihm jetzt vorgeworfen wird, er würde sein ehemaliges Amt entehren, er würde das Verfassungsgericht hassen und überhaupt, ist eine Schande. Denn wer würde sich nicht beschweren, dass wenn er gezwungen wird, irgendein Gesetz zu unterzeichnen und dann das BVfG das Gesetz gerade wieder kippt? Damit drückt er nicht seinen Hass gegenüber dem Gericht aus, sondern lediglich, dass er schon vorher wusste, das wird nix. Naja, aber ich sage es ja immer wieder, wir leben einfach in einer Bananenrepublik.